Freitag, 22. Juni 2012

Alemania!!! EM-Fieber in Costa Rica

Alemania! Wir halten die Fahne hoch! 
Auch wenn es manchmal gar nicht leicht ist, bis zum deutschen Café Carola durchzukommen ;-)

Carola, seit 4 Jahren in Samara
preparing

ein bisl retro... aber hey, wir können in Costa Rica jedes Spiel schauen!!
mit Nutellabrot bei Carola!!! (mein erstes in Costa Rica!)
auch die Amis hab ich einfach mal eingedeutscht...
... und die Schweizer ebenfalls - fast ganz ohne Gewalt ;-)

So, und das ist mein Weg nach Hause in Samara. Hat etwas geregnet... und die Pferde kommen gerade von ihrem "Stadtausflug" zurück.
FlipFlops Nr. 3 schrott

Donnerstag, 21. Juni 2012

Sonntagabend im Rahmen der Familie

Die Ticos sind einfach zum knutschen!

Als ich am Sonntag (09.06.) wieder in Samara angekommen bin, wurde ich ganz herzlich von meiner neuen/alten Gastfamilie empfangen. Am Abend waren die Mutter meiner Gastmama, ihre Schwester + Freund und ihr Bruder zu Gast und wir haben schön gemütlich gegrillt. Neben mir haben sie noch eine finnische Studentin im Haus, die gerade erst beginnt Spanisch zu lernen und die meiste Zeit mit großen Augen daneben sitzt oder mit mir englisch spricht (ich kann mich nur zu gut an meine Anfangszeit erinnern: immer nett lächeln und nicken).
Nach dem Essen haben wir ein Spiel gespielt, bei dem Paare gebildet werden und eine Person eine Begrüßung spricht ("Hola", "Hi", "Ni hao", etc.). Jede Begrüßung korrespondiert mit einer Geste. Nun müssen die Paare sich jeweils mit der Geste "begrüßen", die dem Gesprochenen entspricht. Gleichzeitig untermalt der Spielleiter seine gesprochene Begrüßung aber abwechselnd mit der richtigen und falschen Gesten. Wer sich vertut, rückt paarweise in der Reihenfolge nach hinten. Ein simples Spiel, dass aber zu sehr lustigen Szenen führt!
meine Mama Tica Nuria und ihr Brüderchen
mein Papa Tico Gerardo

meine süßen, frechen Gastzwillingsschwestern Raquel (links) und Genesis (rechts)
mein Hermano Tico Michael

Abuela Tica (Oma)

Schwester meiner Gastmama und ehemalige Lehrerin von mir Ilsen

Ich hab versucht, der Familie pfeifen mit den hohlen Händen beizubringen. Ich hab am Boden gelegen vor Lachen! Die Zwillinge waren zu süß: Hände gefaltet und "Tüüüüt" gesagt.



Samstag, 16. Juni 2012

Back in Samara!

Leute, wie habe ich das vermisst: Hüfte und Beine voller blauer Flecke, Muskelkater und eine neue Beule am Kopf.                SURFEN!!!
Leider komme ich hier nun deutlich weniger zum surfen (ca. 2 Mal die Woche), weil ich neben der und durch die Arbeit bei Intercultura ja kostenlosen Sprachunterricht erhalte und im "Avancado Alto"-Kurs die Grammatik nachholen muss, die die anderen seit Wochen und Monaten lernen.
Aber mir würde gerade keine schönere Sportart einfallen. Die grünen (ungebrochenen) Wellen bekomme ich mittlerweile ganz gut, nach rechts und links fahren klappt ab und an (allerdings nicht direkt in der Welle, sondern erst beim "auslaufen lassen" - bei jedem Versuch diagonal mit der Welle zu surfen zerlegt es mich leider immer noch).
Morgen, Sonntag, steht eine schwere Entscheidung an: da ich von 14-19 Uhr arbeite, wäre die einzige Möglichkeit, davor surfen zu gehen. Genau zur besten Surfzeit (~High Tide) läuft aber das Deutschlandspiel, welches ich aber ja nicht einmal zu Ende schauen könnte... und mein Trikot ist noch in der Wäsche...

Mittwoch, 13. Juni 2012

vergessener Post: Geburtstag meines Gastbruders David + sein Bungeesprung

03.06.2012 eigentlich ein Tag VOR seinem Geburtstag feiern wir den Geburtstag von David, dem Sohn meiner Gastmutter. In Costa Rica bringt vorfeiern also kein Unglück! (vielleicht liegt das ja an der Zeitverschiebung?!)
Er hatte sich schon länger in den Kopf gesetzt, vor seinem 28. Geburtstag Bungee gesprungen sein zu wollen. Sonntag haben wir uns also mit Cousins und Cousinen und Pänz auf den Weg gemacht. Ich hab wirklich überlegt, ob ich auch springen soll. Aber da ich gerade erst 2 Tage gesundheitstechnisch wieder halbwegs auf dem Damm war und immer noch schwer Luft bekam, habe ich mich doch lieber aufs Fotografieren und Filmen beschränkt.

die Springer





zurück zu Hause: Essen! Kuchen! Kaffee! noch mehr Essen!...
Doch, doch, es ist immer noch Davids 28. Geburtstag. Aber da ich schon die 6 für meinen abgebrannt habe, blieb nur noch die 2 :-)
Damit auch jedes Kind mal auspusten kann, wird die Kerze einfach immer und immer wieder angesteckt.

Weltuntergang vom Feinsten

Samara schwimmt gerade davon... aber das ist beruhigend! Heute um 8Uhr morgens.

In der Nacht dachte ich nämlich, Samara würde es nicht mehr lange geben.
Ich versuche mich an das krasseste und heftigste Gewitter zu erinnern, dass ich in Deutschland je erlebt habt - kikifatz!
Neben stundenlangem Platzregen, der auf den Metalldächern lauter trommelt als auf jedem Zeltdach, bin ich bei jedem Donnergrollen regelrecht aus dem Bett gesprungen. Habt ihr einmal direkt vor großen Boxen gestanden, bei denen der Bass auf höchste Stufe gestellt ist? So dass man den Bass im ganzen Körper dröhnen spürt? Genau so. Nur eben plötzlich. Es hat jedes Mal so laut geknallt, als würde das Nachbarhaus explodieren und dabei die Erde beben. Und durch die Blitze wurde die Nacht zum Tag. Ich bin ja wirklich kein Schisser, aber ich habe sogar das Ventilatorkabel aus der Steckdose gezogen und mich unter dem Bettlacken verkrochen. Als ich irgendwann später schweißgebadet aufgewacht bin, war das Gewitter weitergezogen und ich habe schnell den Ventilator wieder eingesteckt - ohne kann man hier leider überhaupt nicht schlafen.

Wisst Ihr übrigens wie man aussieht, wenn man auf einem Mountainbike ohne Schutzbleche im Regen durch Schlamm gefahren ist? Dann habt Ihr eine ungefähre Vorstellung davon, wie ich heute morgen zum Unterricht erschienen bin... man hat mich aber noch erkannt - immerhin.

Dienstag, 12. Juni 2012

Abschied von meinen Pänz im Daycare Center Luz Divina

Wie kann ein und derselbe Tag nur so wunderschön und so traurig sein??

Freitag. Tag des Abschieds. Im Gepäck: eine riesige Torte.

Nein, auch nach Dutzenden von Abschieden von liebgewonnenen Freunden gewöhnt man sich überhaupt nicht daran. DAS ist das Einzige, was mir an Costa Rica überhaupt nicht gefällt.

Und an dem Tag war es gleich richtig hart: Der letzte Tag im Kinderhort. Nach 7 Wochen sind mir die kleinen Mäuse richtig ans Herz gewachsen – und ich ihnen wohl irgendwie auch… der kleine Kylor, dem ich die Zahnbürste und –pasta geschenkt habe, wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Als er erfahren hat, dass ich nach diesem Tag nicht mehr wiederkomme, hat er ganz herzzerreißend angefangen zu weinen und stundenlang nicht mehr aufgehört. Der kleine Fünfjährige wollte gar nicht mehr von meinem Arm herunter, hat sich mittags nur kurz mit einem Stück Torte ablenken lassen und danach immer wieder angefangen zu weinen. Dixiana (Lehrerin und liebe Freundin) erklärt mir, dass seine Mom quasi rund um die Uhr arbeitet, um ihn und seine beiden Geschwister durchzubringen. Da bleibt wenig Zeit den Kleinen zu zeigen, wie gern sie sie hat. Naja, und dann käme ich und würde jedem einzelnen der Pänz so viel Aufmerksamkeit schenken, mit ihnen toben, spielen, schmusen, Blödsinn machen und ihnen viel beibringen (nicht nur Unsinn übrigens!). Oh Gott, ich hab mich ganz furchtbar gefühlt, dass ich sie jetzt „einfach zurücklasse“. 



Nach dem Unterricht kommen die anderen Lehrerinnen zu mir in den Klassenraum, eine ganze Schar Kiddies im Gefolge. Jessica fängt kaum an zu reden, da kullern ihr schon die Tränen aus den Augen. Eine Lehrerin nach der anderen schließt sich an und bei all den lieben Dingen, die sie über mich sagen kann ich noch so oft blinzeln – auch ich kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie überreichen mir zwei kleine selbstgebastelte Heftchen, eines mit sehr bewegenden Sätzen und guten Wünschen der Lehrerinnen, eines mit Zeichnungen und Sprüchen von meinen Kleinen. Ich versuche zu lesen, aber mir verschwimmen die Wörter vor den Augen. Ich könne eigentlich gar nicht mehr nach Deutschland zurückgehen, jetzt, wo ich spräche wie eine Tica, tanze wie eine Tica und ja sowieso - ganz Pura Vida - einfach immer gut drauf sei… 

Als wir zum Mittagessen in den Speisesaal gehen kann ich ein wenig aufatmen und kurzzeitig die Konzentration auf die bunte Torte lenken, die ich zum Nachtisch mitgebracht habe. Immerhin schaffe ich es, den kleinen Kylor ein bisschen zum Lächeln zu bringen indem wir gemeinsam ein paar Fotos machen. Nach einer langen emotionalen Verabschiedungsrunde begebe ich mich schließlich schweren Herzens auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen zeige ich meiner Gastmama Jeannette die Heftchen mit den Sprüchen, sie liest und fängt vor lauter Rührung auch noch an zu Weinen. Als sie mir dann ihrerseits erklärt, wie sehr SIE „ihre Tochter“ vermissen wird, wenn die wieder in Deutschland ist, erkläre ich mich schnell bereit, uns mal eben einen Kaffee zu machen. Mehr Drama verkrafte ich nun wirklich nicht an einem Tag.

Mit dem Rest „der Familie“ (Megan und Justin und die neue Amerikanerin Caroline) machen wir uns also am Nachmittag bei lustigeren Themen über meine Tres Leches her (unglaublich leckerer Nachtisch mit Kuchen, der in eine Mischung aus gezuckerter Kondensmilch, Milchpulver und Milch getaucht ist, mit weißer Creme obendrauf). Danach einkaufen für die Geburtstagsparty und Verabschiedung von Megan und Justin... (Blogeintrag folgt)

Samstag, 9. Juni 2012

Schland oh Schland!!!

Da hatte ich doch tatsächlich vergessen, neues Guthaben auf mein Handy zu laden. Die Zeit vollkommen aus den Augen verloren, war dann nichts mehr mit kurzfristig nachfragen, wo "man" sich denn trifft, um Fussball zu gucken. Deutsche hat es in der Sprachschule zur Zeit allerdings auch so gut wie keine. Also: Trikot an und mit der einen übrig gebliebenen Gastschwester (Amerikanerin) eben alleine eine Bar suchen, wo Deutschland-Portugal übertragen wird. Kurz nach Anpfiff (fast 13 Uhr Costa-Rica Zeit) hatten wir Erfolg. Was für eine Überraschung: außer mir nicht ein einziges Deutschlandtrikot. Aber grinsend begrüßt wird man von allen.
Artig hab ich zunächst ein Ginger Ale bestellt. Bei der Zitterparty musste dann aber doch ein Imperial her. Und auf einmal stand ein Tequila vor mir!? Die Tico-Truppe am Nachbartisch (12 recht trinkfeste Jungs und Mädels, die einen Geburtstag gefeiert haben) hatten sich schon die ganze Zeit über beömmelt, wie ich mal auf deutsch, mal auf englisch oder spanisch 'hochprofessionell' das Spiel kommentiert habe. Na dann, muchas gracias und Prost zusammen! Meine arme Gastschwester Caroline, die sich überhaupt nicht für Fussball und schon gar nicht für eine Europameisterschaft interessiert, hielt sich tapfer an ihrem Wasser fest.
Nach dem erlösenden Tor ließen sich ein paar andere Ticos nicht davon abbringen, uns ein Imperial auszugeben. Kurz vorher hatten die gleichen Jungs noch so unverschämte Dinge wie "vamos, Christiano" gerufen - ganz offensichtlich aber auch nur, um mich zu ärgern. Sehr witzig! Tzz! Caroline musste nun also auch noch Bier trinken, was sie eigentlich gar nicht mag.

Eins steht jedenfalls fest: mein neuer Held ist Neuer!

Später haben wir uns noch mit den verrückten Gringos (Berichte folgen oder siehe Facebook-Video) und Christian (der Tico, siehe Montezuma-Post) in San José getroffen. Zahlreiche freudige "Alemania!"-Rufe von Ticos aber nicht ein Einziger im Schland-Trikot. Leute, da muss sich was tun!

Mittwoch, 6. Juni 2012

IV) apuntes - ein paar mehr oder weniger alltägliche Szenen

  • LÄUSE im Kinderhort!
    innerhalb kurzer Zeit haben sich die kleinen Biester unter den Pänz verbreitet... seit ich davon weiß, juckt auch mir der Kopf, bislang hab ich aber wohl keine. Ich sag euch, das wär gar nicht lustig... habt ihr so einen Läusekamm mal gesehen? Den bekomme ich aus meinen Haaren nie wieder heraus...  :-O
  • zur Zeit sind Razzien hoch im Kurs in Heredia
    • unser Nachbar (Zahnarzt) wurde letzte Woche verhaftet nachdem die Polizei seine Wohnung nachts auf den Kopf gestellt hat. Vorwürfe: Drogenhandel und Geldwäsche
    • laut einer Lehrerin wurden zuletzt einige Wohnungen gestürmt: ein paar Heredianer sind unter die Botaniker gegangen und haben sich leider die falschen Pflanzen für ihre Dachboden-Plantagen ausgesucht
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Costa Rican Style
    einen Nachmittag war eine kuriose Szene zu beobachten: im Taco Bell ist ein Mitarbeiter quasi Vollzeit damit beschäftigt, das Wasser, das durch den sintflutartigen Regen und eine offensichtliche Fehlkonstruktion der Eingangstüre in großzügigen Bächen in den Laden läuft, mit einem Gummischieber wieder nach draußen zu befördern
  • die Ruhe weg...
    ... haben hier auf jeden Fall die Busfahrer. Abgesehen von waghalsigen Überholmanövern und Fahren nach Vorfahrtsregeln, die sich mir nach 4 Monaten immer noch nicht erschließen, lassen die Jungs sich einfach überhaupt nicht stressen. Man stelle sich eine Hauptverkehrsstraße zur Stoßzeit vor, am Rand zugeparkt, so dass in jede Richtung nur ein Auto durchpasst. Mitten auf der Straße hält mein Bus an und winkt einem entgegenkommenden Bus, der daraufhin ebenfalls anhält. In aller Seelenruhe werden nun erst einmal Geldscheine in Münzen gewechselt, ein kurzer Plausch gehalten, nachgezählt, noch ein bisl gequatscht... es bilden sich zu beiden Seiten riesige Schlangen, das Gehupe wird immer lauter und anhaltender und die ersten Autofahrer sind kurz davor auszusteigen und die Busse persönlich azuschieben. Pura Vida!
  • Ticos lieben Schlangen
    nicht die kleinen, grünen, giftigen - nein, Warteschlangen. Wenn ich eines von einem lateinamerikanischen Land NICHT erwartet hätte, dann, dass deren Einwohner sich einfach immer und überall brav in teils ewig lange Schlangen stellen. Die sagen nicht einmal etwas, wenn der dumme Europäer die ein oder andere Schlangenschlaufe übersieht und sich aus Versehen am 'falschen' Ende anstellt. Kurios
  • Straßennamen (Abwesenheit von -)
    ich glaube, ich hatte schon mal berichtet: man verzichtet hier gerne auf Straßennamen. Jetzt könnte man meinen, für die Orientierung hätten sie ersatzweise Straßennummern (Calle xy für N-S und Avenida xy für O-W). Stimmt. Theoretisch. Die Idee ist gut: ich wohne in Avenida 7, zwischen Calle 10 und 12. Ich wüsste also quasi, egal wo ich bin, in welche Richtung ich nach Hause marschieren muss. Aber so einfach ist es nicht. Denn: die Straßennummern sind aufsteigend, dann wieder absteigend, dann wieder aufsteigend, dann auf einmal nicht mehr in einzelnen, sondern in 2er-Schritten und manche Straßen haben keine Nummern, ... immerhin, nach 2 Monaten in Heredia verlaufe ich mich nur noch ganz selten.
  • anthropogene Krater
    Wunder, oh Wunder! Die Stadt ist gerade dabei, die riesigen Löcher, die überall das Stadtbild prägen (und in denen ganze Menschen verschwinden!) zu schließen. Fast schade, gehörte irgendwie zur Kultur - der tägliche Kampf ums Überleben in den Straßen von Heredia...
    DIESE Reliquie vergangener Zeiten (s.u.) ist eigentlich erst kürzlich entstanden. Dort, wo sonst mein Bürgersteig zur Arbeit war, ist jetzt ein Loch. Einfach eingestürzt, der Weg. Das Einzige, was mich daran wundert: dass dieses Loch abgesperrt ist - nicht gerade traditionsbewusst.