Montag, 26. März 2012

vollkommen high

Was für ein Surf-Nachmittag! :-)
Heute passte alles: die Wellen waren sehr ordentlich, aber nicht riesig, ich konnte so lange surfen, wie ich wollte ohne Angst vor Sonnenbrand im Gesicht  haben zu müssen (hab jetzt endlich den "Surfersonnencremestick") und irgendwie hat's einfach "gefluppt". Hab unzählige ungebrochene Wellen bekommen! Was für ein irrsinniges Gefühl, wenn man mit viel Schwung die Welle hinuntersaust!
Sogar eine kleine Rechts- oder Linkskurve am Ende hab ich geschafft! (IN der Welle trau ich mich das noch nicht)

Schlussendlich sehe ich mich aktuell außer Stande das Dauergrinsen aus dem Gesicht zu bekommen.

Donnerstag, 22. März 2012

was nicht tötet, härtet nur ab!


Schön. Haben wir das auch getestet:
Wenn man muss, kann man verdammt lange die Luft anhalten - also, ich meine VERDAMMT lange!
Heute waren die Wellen riesig. Ich muss ein recht bemitleidenswertes Bild abgegeben haben. Jedenfalls habe ich heute von einem Tico-Surflehrer kostenlosen Surfunterricht erhalten. Irgendwie kam der auf die glorreiche Idee, ich könne ruhig auch weiter draußen die größeren Wellen nehmen. Die erste ging ganz gut und dann hat es mich schlichtweg zerlegt. Da bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, was NaturGEWALT bedeutet. Aber so leicht geb ich natürlich nicht auf. Also wieder und wieder Waschmaschine... im Schleudergang.
Jetzt, 2 Stunden später läuft mir immer noch hin und wieder Wasser aus den Ohren. Mal schauen, ob ich gleich beim Yoga alle Gliedmaßen wieder einrenken kann…

Fotoshooting fürs Werbeprospekt


Costa Rica ist doch immer wieder für Überraschungen gut.

Gestern nachmittag gegen 14 Uhr kommt Lucie, eine der Intercultura-Organisatorinnen,  im Garten auf mich zu: „tengo una pregunta“. Ein guter Freund von ihr besitze in der Nähe ein Hotel mit Restaurant. Für um fünf sei ein Fotoshooting für sein Werbeprospekt angesetzt, die zwei Models hätten aber kurzfristig abgesagt. Entspannt, wie die Ticos sind, hat er also seine Freundin Lucie 3 Stunden vorher gefragt, ob sie nicht mal eben aus der großen Intercultura-Studentenschaft ein Ersatzpäarchen rekrutieren könne. So sind die Ticos – eigentlich wie zu Hause: et kütt wie et kütt und et hät noch immer joot jejange.
Auf mich kommt sie wahrscheinlich, weil wir uns das ein oder andere Mal schon unterhalten haben. Ich bin meines Erachtens jedoch der falsche Kandidat. Neben uns steht aber eine weitere (hübsche!) Studentin, die sich freiwillig meldet, das mit ihrem Freund zu machen. Aufatmen. Leider nicht lange, denn nach Rücksprache mit ihm fällt beiden ein, dass sie bereits anderweitig verplant sind. Lucie erklärt nachhaltig, dass ihr Freund ganz schön auf dem Schlauch steht, wenn er das Ganze absagen muss und ködert mit Freigetränken. Damit ist auch Marc als Fotopartner leicht zu überzeugen und wir willigen ein, ein bisl Statisten zu spielen. Da dachten wir noch, wir wären einfach ein "Paar" von mehreren, damit das Restaurant voll aussieht...
Das Restaurant ist wirklich hübsch, die Leute nett, Marc und ich vollkommen verschwitzt und planlos. Vorweg ein Cocktail. Weitere Vorbereitungen gibt es keine. Andere Statisten auch nicht.
Da die Dunkelheit einbricht und bei Kerzenschein und Lichtern fotografiert wird, gibt es keine Fotos aus der Bewegung heraus - wir müssen in einer bestimmten Pose gefühlte Stunden reglos verharren. Fraglich, ob das zur Natürlichkeit des Bildes beiträgt. Nicht bewegen ist übrigens nicht gerade eine meiner Stärken. Wer hätte das gedacht?! Marc geht es nicht besser und zwischendurch kämpfen wir tapfer gegen den nahenden Lachkrampf. Es ist ein bisschen wie bei „wer zwinkert, verliert“. Lucie hatte besonders viel Spass aus der Beobachterrolle heraus. Fotos an der Bar, am Tisch mit Essen (ein hungriger Marc, der nur so tun darf, als würde er essen, ist wie ein kleines Kind, das vor einem Süßigkeitenberg steht „nur gucken, nicht anfassen“), im Pool. Fazit: sehr lustig, weil entspannte Leute, aber selbst wenn ich das passende Aussehen hätte, der Modeljob wäre definitiv nichts für mich - bin viel zu hibbelig.
Für unsere unfassbar harte Arbeit werden wir jedoch fürstlich belohnt. Erst glauben wir, das Spanisch nicht richtig verstanden zu haben, als es heißt, dass wir nun doch „richtiges“ Essen bekommen und der Weißwein eingeschenkt wird. Als uns dann nach einem sehr leckeren Salat auch noch Hummer (!) serviert wird, jeweils der erste in unser beider Leben, sind wir förmlich sprachlos. Irgendwie ja doch gar nicht mal sooo schlecht, das „Modelleben“ ;-)

Mittwoch, 21. März 2012

Nicaragua - a lifetime experience

Mal wieder on Tour! Diesmal mit 9 Leuten. 4 Tage lang Nicaragua erkunden.
Mit dem Privatbus ging es von Sámara bis an die Grenze zu Nicaragua. Wir liefen etwas unbeholfen von Schalter zu Schalter, erst ausreisen aus CR dann einreisen in N, bezahlten allem Anschein nach recht willkürliche Gebühren und wurden von allen Seiten bequatscht  - erst „cambio, cambio (Geld wechseln)“, dann „Taxi, Taxi“. Als wir leicht genervt nach einiger Zeit die Leute dann selbst mit „cambio, cambio“ angequatscht haben, haben sie doch ein bisl verdutzt geguckt.
Die Weiterfahrt mit öffentlichen Bussen (ausrangierte amerikanische Schulbusse) nach Rivas und dann zum Hafen San Jorge klappte aber hervorragend. 
Am Hafen (Niemandsland) eine Stunde in der brütenden Hitze warten. Wollte man die Fähre Richtung Moyogalpa, Isla Ometepe, besteigen, musste man sich zunächst mit Namen, Alter und Herkunftsland in einer Liste eintragen. Gegenüber Marieke habe ich gescherzt, dann können wir auch gleich eine Telefonnummer dabei schreiben, die sie anrufen können, falls wir sinken. Ich glaub, sie fand das nicht so lustig. Nicht, nachdem sie die Fähre gesehen hatte.
man beachte das hübsche Kopftuch rechts...
während der Überfahrt ist einfach mal die Tür aus dem Rahmen gefallen
Auf der Fähre stellten wir auf einmal fest, dass die Hälfte der Mannschaft fehlte. Die nächste Fähre fuhr erst wieder 3 Stunden später und so mussten sie dann leider ein kleines Boot nehmen – 1 Stunde Fahrt bei dem Wellengang definitiv nichts für empfindliche Mägen. Selbst unsere Fähre hat sich zwischenzeitlich ordentlich zur Seite geneigt (und mir ungewollt diese Liste ins Gedächtnis gerufen).
 

Moyogalpa
Uns war klar, dass wir auf jeden Fall „ein wenig“ hiken wollten, ein bisl Natur, Tiere usw. Da wir aber in einer Gruppe von 9 Leuten mehr und weniger sportliche Vertreter dabei hatten, war mit besonders verausgabenden Aktionen eigentlich nicht wirklich zu rechnen. Als unser Stoßtrupp dann in der verspielten Hippie-Unterkunft Hospedaje Central (Empfehlung von Jenny, die ich beim Hinflug am Flughafen kennengelernt hatte und die mit Ihrem süßen Sohn Tristan zufällig zur gleichen Zeit in Nicaragua war) ankamen und Zeit hatten, weil wir ja auf die anderen warten mussten, haben wir Touristenprospekte durchstöbert. Feyyaz hatte schon zuvor  von einer 11-Stunden Bergwanderung erzählt, aber nur verständnislose bis entsetzte Blicke geerntet. Mir hat die Idee direkt gefallen, aber ich hätte nie damit gerechnet, dass wir mehr als maximal noch einen dazu bewegen könnten, mitzukommen. Irgendwie überwog an dem Abend jedoch der Übermut bei ein paar weiteren: „es wär ja schon cool, den GROSSEN Vulkan Concepción (1.640m!!! Start bei quasi 0m) zu besteigen“  und die sind dann dazu übergangen, den Zweiflern einzureden, dass wir das alle zusammen machen müssten und dass das doch auch überhaupt kein Problem sei. Außerdem wär das ja eine Tour von 7 BIS 11 Stunden und wir könnten es bestimmt in 7 oder 8 schaffen. Meine Einwände, man solle die Tour (gerade bei rutschigem Vulkangestein – ich kenn das ja von Bali) nicht unterschätzen und jeder für sich entscheiden, wurden zumeist abgewinkt. Genauso, wie mir kaum einer glauben wollte, dass man besser eine Jacke und Wechselkleidung mitnehmen sollte: „Wenn es hier über 30°C sind, kann es da oben doch nicht sooo kalt sein.“ Soso…
Die Nacht in einem 11-Personen Dorm ist – gelinde gesagt – etwas anstrengend. Das liegt aber weniger daran, dass der ein oder andere mal ein wenig schnarcht, sondern vielmehr daran, dass wegen der Hitze die Tür zum Garten offenbleiben muss. Man sieht nichts, man hört nur: viele seltsame Geräusche und eine Katze, die die ganze Nacht durchzetert, als ginge es um ihr Leben – nicht gerade beruhigend.
Am nächsten Morgen bietet sich ein Bild für die Götter:  um 5 Uhr steht vor dem Hostel eine vollkommen verpennte, leicht nervöse Gruppe von 10 Leuten (wir + 1 Holländer) mit Rucksäcken voller Proviant (wir haben vorher noch fleißig Obst geschnippelt und Brote geschmiert) und jeweils 4 (!!) Litern Wasser. Bereit für den Start ins Ungewisse. Jarrett hatte sich extra noch Wanderschuhe gekauft. Mit FlipFlops wäre er wohl auch nicht weit gekommen.
eigentlich ist der uralte Baum 15m hoch! allerdings von der Lava zugeschüttet
Der erste Wegabschnitt führt  1 Stunde durchs flache Land entlang der Felder – wandern auf Vulkansand! Erstes Stöhnen, aber volle Motivation. Dann folgen gute 1,5 Stunden steiler Aufstieg durch den Dschungel, meist Hochklettern an Baumwurzeln - vorbei an riesigen, jahrhundertealten Bäumen, beeindruckenden Pflanzen, wunderschönen Schmetterlingen, Kapuzineräffchen (mono capucino) und Brüllaffen (mono congo). Die Luft wird zunehmend feuchter und kühler (ca. -1 Grad je 150m), weshalb wir für meinen Geschmack zu viele Pausen machen (klitschnass geschwitzt kühlt man extrem schnell aus). Man blickt in hochrote, verschwitzte Gesichter und die Gruppe zerteilt sich zunehmend. Durch den dichten Dschungel hören wir den Wind in den Baumwipfeln pfeifen und je weiter wir aufsteigen und je kleiner die Pflanzen werden, desto bedrohlicher biegen sich die Äste.


Der erschöpftere Teil der Truppe liebäugelt schon mit dem Gedanken, es den allermeisten Touristen gleichzutun und bei ca. 1000 Höhenmetern an einem Felsvorsprung auf den Rest zu warten, der weiter klettern möchte. Auf einmal treten wir aus dem Urwald heraus und sehen: nichts! Der Berg ist so wolkenverhangen, dass man lediglich ein paar Meter weit schauen kann. Die Feuchtigkeit, die Kälte und der starke Wind lassen den kleinen Felsvorsprung so unwirtlich erscheinen, dass irgendwie doch keiner 3 Stunden im Nichts auf die anderen warten möchte.

So brechen wir nach einer kleinen Rast gemeinsam zur Gipfelerstürmung auf. Hatten wir den Aufstieg durch den Dschungel schon für ganz schön anstrengend gehalten, so wird es nun wirklich spannend: Vegetation gibt es nach kurzer Zeit gar keine mehr (da der Vulkan regelmäßig ausbricht), einen „Weg“ zur Orientierung schon gar nicht und die Felsen sind trügerisch. Das poröse Vulkangestein bricht unter den Füßen immer wieder weg. Regelmäßig lösen sich kleinere Steinlawinen, denen die Nachfolgenden unbeholfen ausweichen. Am schlimmsten jedoch ist der Wind! Man muss sich unglaublich konzentrieren und stets die Balance halten – steht der eine Fuß nicht sicher, wenn man den anderen anhebt, wird man beinahe von den Füßen gerissen. Und dann gibt es erste Verluste. Nach und nach geben einige vor Erschöpfung auf, kauern sich hinter einen Felsen und warten im Nebel darauf, dass die anderen irgendwann wieder zurückkommen. Ich frage mich, wie wir die zerstreute Truppe in dieser Mondlandschaft im Nebel jemals wieder zusammenfinden wollen, aber uns bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als dem Guide zu vertrauen. Schließlich wollen wir nach den bereits gemeisterten Strapazen ja nun auch endlich in diesen Krater hineinschauen! Die Gezeiten scheinen sich jedoch gegen uns zu verschwören: der Wind wird immer heftiger, der Nebel immer dichter, wir sind nass bis auf die Haut und frieren wie die Schneider. Die Beine brennen und man muss aufpassen, dass man sich die Hände an dem Vulkangestein nicht aufschneidet – immerhin bewegen wir uns seit dem 1.100sten Höhenmeter nur noch auf allen Vieren fort, weil wir sonst den Wind nicht ausgleichen können.
Auf einmal lautes Gebrüll: „Jaaarrreett! Watch out!!“. Ein großer Felsbrocken stürzt an mir vorbei in die Tiefe, genau auf Jarrett zu. Der rettet sich mit einem nicht ganz ungefährlichen Hechtsprung zur Seite. Allen bleibt für ein paar Sekunden das Herz stehen. Immer wieder muss man herabstürzenden Steinen ausweichen, der Wind fegt einem kleine Steine ins Gesicht und in die Augen und der Guide fragt zum zweiten Mal, ob wir nicht lieber abbrechen sollen, es würde langsam recht gefährlich. Wir sind seit einiger Zeit nur noch zu Viert (Feyyaz, Matthias, der Holländer und ich) und wollen allesamt nicht aufgeben, so kurz vor dem Ziel. Wir sind doch nicht den ganzen langen Weg hier heraufgekraxelt, nur um kurz vor Schluss umzudrehen! 200m vor dem Gipfel bleibt uns allerdings keine andere Wahl: laut Guide hat der Wind nun eine Geschwindigkeit von über 90km/h und wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir nur noch ausharren können, weil es gerade weder vor noch zurückgeht. Man kann nicht einmal mehr eine Hand vom Fels lösen ohne dass sie vom Wind weggezerrt wird. Fotos von uns wären in dem Moment sicher spektakulär, aber nicht einmal Feyyaz wagt es, seine Kamera auszupacken (wer ihn kennt, weiß, dass das einiges heißt!). Nach 10 Minuten beschließen wir einstimmig, den Rückzug anzutreten. Irgendwie. Im Schneckentempo. Mit zittrigen Knien.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir wieder auf 1.000 Höhenmetern angelangt – und werden für die Mühen belohnt! Es klart auf und uns bietet sich ein phantastisches Panorama. Alle sind erschöpft aber vollkommen euphorisch. Sogar Marc, der die Tour trotz Höhenangst mitgemacht hat (Respekt!).
Ich sage Euch: labbriges Toast mit Wurst, Ketchup und Mayo hat noch nie so herrlich geschmeckt!


Der weitere Abstieg geht recht schnell. Ich rutsche zwar die Hälfte der Zeit auf dem Hosenboden, weil der Boden zu sandig und die Sohle meiner Sneaker zu glatt sind, aber bis auf ein paar Schrammen und unendlich schmutzigen (weil klitschnassen) Klamotten gibt es keine Folgeschäden. Meine Mama Tica behält meine Hose erst einmal. Sie will sie die nächsten 4-5 Waschgänge einfach immer mitwaschen und schauen, ob sie nicht vielleicht doch irgendwann mal wieder sauber wird. Ticos sind sehr optimistisch.
Schmutzig wie wir sind, kann es nach DER Tour nur ein Ziel geben. Richtig: an die Bar des Hostels. Gestern dachten wir noch „das Bier aus Nicaragua (Toña) schmeckt gar nicht mal sooo gut“, heute haben wir das Gefühl, es kann überhaupt nichts Besseres geben auf der Welt!

Die Unterkunft ist sehr lustig: quietschbunt, verspielt und voller Überraschungen. Man sitzt nichtsahnend am Tisch und auf einmal spaziert seelenruhig ein Reh durch die Küche. Im Garten hat es angebundene Affen (Mono Cara Blanca), einen lieben/ verspielten, einen bissigen und  andere, die man nur von weitem sieht, weil man sich an dem bissigen nicht vorbeitraut. Die Köchin ist bestimmt 80 Jahre alt, klein und zierlich, im Hippikleidchen mit zwei Zöpfen und Stirnband – bezaubernd!

 
Picknick
Marc und Tristan, Jenny's süßer kleiner Wirbelwind (Vatergefühle *g*)
Am nächsten Tag geht es nach Granada. Eine hübsche, bunte Stadt mit einigen kolonialen Gebäuden. Auch hier ist die Unterkunft ein hervorragender Geheimtip von Jenny (muchisimas gracias!!). Wir treffen auf die Studentengruppe aus Heredia und testen das nicaraguanische Nachtleben – spannend!
NEIN, ich habe nicht posiert - ich wär nur die Treppe heruntergefallen, hätte ich mich nicht festgehalten!
Sonntag. Fertig zur Abreise vergessen wir ausnahmsweise mal keinen, sondern verpassen gleich alle zusammen den allerletzten Bus von Granada nach Rivas und damit den Bus von dort zur Grenze, wo um 19 Uhr unser Privatbus warten soll. Mit 9 Leuten geht die Diskussion los: noch eine Nacht hierbleiben? Ein teures Taxi für alle bestellen? Nach einigem Hin und Her und Mithilfe des Hostelpersonals treiben wir einen Bus auf – teurer als geplant, aber entspannt, weil ohne Umsteigen.




Auch mal schön: 3 Stunden an der nicaraguanischen Grenze im staubigen Nirgendwo warten, weil wir nun natürlich viel zu früh ankommen. Was machen die Herren: klar, Frisbee spielen – wie die letzten Tage ständig (in der Stadt, zwischen Autos, auf dem Kirchenvorplatz, zwischen den Ständen im Park, …). Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen sind Jarrett und Feyyaz der Auffassung, aus einem Baum heraus ließe es sich noch besser spielen. Sehr lustig sind in der Tat die Blicke der vorbeigehenden Einheimischen und Grenzbeamten, wenn auf einmal aus dem Baum heraus eine gelbe Scheibe geflogen kommt.

Diesmal bezahlen wir an der Grenze nur die Ausreise, die Einreise kostet erstaunlicherweise nichts. Nun, für die, die einreisen dürfen… Matthias darf nicht… Gerät man an den falschen Grenzbeamten, muss man, um einreisen zu dürfen, sein Rückflugticket vorweisen (hatte KEINER mit). Fast gar nicht nervös tut er wie geheißen und geht zu dem kleinen Internetcafé an der Grenze, um in seinen Emails nach dem Flugticket zu suchen. Er findet es nicht. Mittlerweile fast gar nicht verzweifelt versucht er es bei einem anderen Beamten. Der schickt ihn aber wieder zu dem ersten. Und der versucht nun doch tatsächlich um die Aufenthaltsdauer zu feilschen („Sie erhalten 20 Tage“ – „ich brauche aber 35“ – „dann eben 25“ - ? …) Nach einigem Hin und Her erteilt er Matthias dann aber doch – grinsend - den ersehnten Stempel. Honi soit qui mal y pense.
Auf den Schock gibt es erst einmal ein Toña in der Grenzkneipe. Für alle versteht sich.
Die letzten 40 Minuten verlangt der Mannschaft noch einmal alles ab: der Privatbus kommt nicht. Schon um kurz nach 19 Uhr fangen die ersten an nervös zu werden. Keiner hat die Nummer des Busfahrers und die Chancen sonntags abends einen neuen aufzutreiben, der uns die knapp 200km nach Sámara fährt, sind ziemlich gering. „Was ist, wenn der Bus gar nicht kommt? Wenn der Fahrer uns vergessen hat? Wir können unmöglich an der Grenze übernachten.“ Mein Einwand, dass der Bursche garantiert nicht freiwillig auf seine 200$ verzichtet, beruhigt irgendwie keinen. Ich finde, eine halbe Stunde kann man ihm locker geben (Hora Tica) – aber zugegeben: die Nervosität steckt irgendwann doch an, vor allem wenn man ständig gesagt bekommt „der kommt definitiv nicht“.
Kam er um 20 vor 8 dann aber doch!
Happy End mit weichen Knien und Zwangsstopp in Nicoya bei Mc Donalds – was für ein krönender Abschluss!
Happy End!