Freitag, 1. Juni 2012

Freiwilligenarbeit im Kinderhort - Insight


Ich hatte schon einmal kurz über meine Arbeit mit den Kindern berichtet. Eigentlich hatte ich geplant einen längeren Eintrag darüber zu schreiben. Vor allem aber habe ich so viele wunderschöne Fotos von den Kiddies. Sowohl ein paar wenige Portraitfotos (was bei den kleinen Flöhen tatsächlich eine Geduldsprobe darstellt) als auch „in Aktion“. Natürlich hatte ich vorher die Lehrer gefragt, ob es in Ordnung sei Fotos zu machen. Klar, kein Problem. Als die Direktorin mich dann aber mit der Kamera gesehen hat, hat sie weitere Aufnahmen verboten. Es ist noch nicht ganz klar, ob ich Bilder ohne Namen online stellen darf oder nicht. Im Zweifel kommen die Fotos dann nur in mein Costa Rica-Buch, was ich aus dem Blog gerne erstellen möchte. Hier nur ein lustiges (natürlich nicht WÄHREND des Unterrichts):

Die meisten Lehrerinnen/Erzieherinnen reden relativ wenig mit mir (genauso wenig wie mit den anderen Freiwilligen – von denen es seit 2 Wochen auch keine mehr hat), aber mit Zweien verstehe ich mich richtig gut – auch wenn ich mit dem Spanisch bei den beiden manchmal überhaupt nicht hinterherkomme (die reden so schnell auf Spanisch wie ich zu meinen Spitzenzeiten auf deutsch – klar soweit? ;-) ).
Die Arbeit ist in mehrfacher Hinsicht eine wirkliche Herausforderung:
  • Körperlich: ich bin nach wie vor die einzige Lehrerin, die in der Pause mit den Kindern auf dem Hof spielt (fangen, im Klettergerüst klettern, schaukeln, … - der kleine Samuel hat allen tagelang ganz stolz erzählt, dass „teacher Kathi“ ihm eine Rückwärtsrolle an den Klettersprossen beigebracht hat *g*). Die anderen sitzen auf ihren Stühlen neben der Tür und warten auf das Ende der Pause. Sterbenslangweilig! Dies ist aber wahrscheinlich auch der Grund, warum die Kleinen sich vor Aufregung und Lachen meist gar nicht mehr halten können, wenn teacher Kathi dann auf einmal mit dem Kopf nach unten vom Klettergerüst hängt. Allerdings bin ich auch die einzige, die nach der Pause genauso aussieht wie die Pänz: immer voll Schlamm (oder Staub, je nach Wetterlage – von den Schuhen der Kids), selten Grasflecken und immer komplett verschwitzt. Dumm, dass die Pause immer schon morgens nach dem Frühstück und VOR dem Unterricht ist… 
  • Geistig: wie ich schon kurz erzählt hatte, habe ich immer wieder unterschiedliche Kinder in meiner Gruppe. Das liegt daran, dass die Pänz teilweise morgens, teilweise nachmittags Schule haben, unterschiedliche Dinge lernen müssen (ist Englisch an der Reihe, kommen sie zu mir, bei Spanisch, Erdkunde etc. eben zu den anderen 2 Lehrern), teils noch gar nicht zur Schule gehen, aber nicht nur englisch lernen sollen… also immer wieder Taktik ändern und unter Umständen ganz unterschiedliche Wissensstände irgendwie auf einen Nenner bringen. Auch wenn mir ganz grundsätzlich die Rabaukenjungs am liebsten sind (mit denen ist es einfach immer lustig) – muss man im Unterricht schon kreativ werden, damit die sich nicht nach 1 Minute langweilen und anfangen Blödsinn zu machen. 
  • Emotional: wir haben ein paar Kinder dabei, die aus „schwierigem“ Elternhaus stammen. Die Eltern trinken, vernachlässigen ihre Kinder oder misshandeln sie in ganz seltenen Fällen gar. Da hat man einen zuckersüßen, unschuldigen kleinen 3-4Jährigen vor sich, der sich auf einmal auffällig ruhig und traurig verhält. Eigentlich nichts Beunruhigendes, denn im Hort sind ständig Kinder krank und dann natürlich quengelig. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Aber wenn Du auf einmal feststellst, dass die kleine Maus den ganzen Rücken voller blauer Flecken und Striemen hat und meint, er sei nicht lieb gewesen, weshalb ihn seine Mom hätte bestrafen müssen (das mache sie öfter so), versetzt es Dir erst einen Stich ins Herz und Dich dann in Rage! WIE kann man so etwas tun??? Die Lehrer sprechen daraufhin mit den Eltern und ich bin zu kurz da, um nachverfolgen zu können, ob sich dadurch langfristig etwas ändert. Kurzfristig kehrt schon ein bisl Ruhe ein, aber... Ein Grund, warum dies kein dauerhafter Job für mich wäre. Ich würde den betreffenden Eltern vor Wut womöglich ohne Vorwarnung direkt an den Hals springen.
Im Moment suche ich nach so etwas wie übergroßen Yogamatten (am besten 1 ganz große), die man vielleicht in dem Raum auslegen kann, wo die ganz Kleinen bisher auf dem kalten Fliesenboden spielen. Teppich kommt bei der Desinfektionswut der Lehrer nicht in Frage. Jetzt, wo ich langsam wieder auf dem Damm bin, werde ich weiter schauen, wo man so etwas auftreiben kann. In den Läden und Supermärkten hatte ich bislang nicht viel Erfolg.

Immerhin hab ich schon mal eine coole Panda-Zahnbürste mit Spongebob-Zahncreme gekauft für einen kleinen Fünfjährigen, der ganz schlechte Zähne hat, weil er sie sich offenbar NIE putzt. Mal schauen, was er Montag dazu sagt…

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