Montag, 4. Juni 2012

alle guten Dinge sind 3 - back to Montezuma, ein Tanzwochenende

Nach längerem Hin- und Herüberlegen hab ich mich Donnerstagnacht beim Tanzen in San José etwas sehr kurzfristig entschieden, Freitagmittag doch nach Montezuma mitzufahren. Immerhin ging es mir die ganze Woche schon wieder gut und so anstrengend würde es schon nicht werden. Ein bisl Zweifel hatte ich wegen der riesigen Amitruppe, aber die beiden sehr lustigen Amerikaner Megan und Justin aus meinem Haus, Christian, ein Tico, der jetzt in Iowa studiert, und Kike, unser Tanzlehrer würden mitkommen – eigentlich konnte es nur lustig werden.
Am Ende sind wir tatsächlich mehr oder weniger unter uns in der Chaotentruppe geblieben.
Ich dachte ja immer, die ganzen Geschichten über ignorante, weltfremde Amis seien erfunden oder Vorurteile… aber in Einzelfällen ist die Realität dann sogar noch erschreckender… Ich möchte niemandem zu nahe treten und werde hier keine einzelnen Geschichten erzählen, nur so viel (weil Jan es ohnehin schon bei Facebook gepostet hat): es gibt die ein oder anderen Damen, die Jan tatsächlich eine Weile geglaubt haben, es gäbe in Deutschland keine Banken und wir würden mittels ausgeklügeltem Tauschsystem handeln… ?! Die sind allerdings in einer sehr großen Gruppe der gleichen Universität hier in Costa Rica und nur, weil es zum Pflichtprogramm der Uni gehört. Alles wird organisiert, sie sind immer alle zusammen. Keiner braucht selber denken. Da hat eine abends in einer hellen, freundlichen, offenen Bar Angst, in einer ‚dunklen Ecke‘ (keine Ahnung, wo sie die gefunden hat) vergewaltigt zu werden und braucht 2 weitere Mädels, um auf die Toilette zu gehen. Ich war kurz versucht, sie zu fragen, ob sie nicht mal ein Wochenende mit MIR mitreisen möchte ;-)

Keiner von ihnen bekommt einen Einblick in das wahre Costa Rica. Sie haben gar keine Chance Leute kennenzulernen. Sobald die lärmende Horde auftaucht, machen sich alle Ticos, die nicht gerade etwas verkaufen (oder klauen) wollen, schnellstmöglich aus dem Staub! Ich war einen Tag mit ihnen in San José (Bus gespart) und musste schon nach einer halben Stunde schwer an meiner ‚inneren Mitte‘ arbeiten, um nicht allzu sarkastische Kommentare abzugeben. Die haben geschlagene 2,5 Stunden an Souvenirständen verbracht, bei denen man nach 10 Minuten alles gesehen hat. So viel Eis konnte ich in der Zwischenzeit gar nicht essen! Immerhin haben sie der Wirtschaft etwas Gutes getan und brav (unverhandelte) Amipreise gezahlt.

Aber ich komme vollkommen vom Thema ab ;-)

Nach gut 2 Stunden Busfahrt (eigentl. 1,5 Std. aber wir haben auf ein Mädel gewartet, das vergessen wurde und uns im Taxi einholen musste) erreichen wir Puntarenas und steigen nach einer kleinen Pause auf die Fähre.
nur für Behinderte, Schwangere und Wandersleut!?
bitte keine Vögel schlagen!
Nachdem ich mal wieder lustige Schilder entdecke, erwische ich meine Füße beim Tanzen… da beschallt irgendwer das gesamte Schiff mit lauter Merengue-Musik. Kike, unser Tanzlehrer nimmt meine Hand und wir tanzen auf dem Schiffsdeck, bis wir keine Puste mehr haben und so durchgeschwitzt sind, dass ich erst einmal nach den Servietten auf dem Tisch greife. Ich stelle fest: wir sind umzingelt! Jede Menge Leute stehen oder sitzen um uns herum, lächeln uns an, klatschen… „Hast Du gesehen, die haben uns gefilmt und Fotos gemacht!“ (Kike). Nein, habe ich nicht und ich würde gerade am liebsten im Erdboden versinken. Das erste Mal bin ich dankbar, dass ich bei Bewegung so schnell eine rote Birne bekomme – bei bereits rotem Kopf sieht keiner, dass mir nun schlagartig das Blut in den Kopf steigt.
Plötzlich fällt mir ein, dass ich ja noch meinen Rucksack auf der anderen Seite des Schiffes habe und mache mich aus dem Staub.
erkennt Ihr die Felgen? :-)

am Hafen
In Montezuma beziehen Christian, Justin, Megan und ich ein kleines rundes Hexenhäuschen, zu dem man erst einmal hochklettern muss. Christian hat sein Bett im etwas stickigen Dachstübchen. (Er ist das Klima ja schließlich gewöhnt – ist die einhellige Gringo-Meinung). 
Dafür hat er einen geheimen Balkon, der durch eine Holztür und schwarze Folie verdeckt ist. Aufregend! Auch wenn der Balkon sich schwer nach unten neigt, Justin klettert einfach raus. DAS hätte ich nicht gemacht (wollte ich nur noch mal für die betonen, die immer meinen, ich sei so unvernünftig!).
Am ersten Abend kochen die Jungs. Es besteht ein wenig Skepsis ob gewisser Zutaten für die Tomatensoße der Spaghettis (Bockwürstchen), aber wir lassen sie mal machen. Wir halten uns, wie versprochen, (fast) ganz raus aus dem Zutatenkauf. Nur eine ganz minimale Korrektur haben sie auf wirklich nur leichten Druck seitens uns Mädels hin vorgenommen: die Dose gemischtes Gemüse gegen frische Tomaten, Zwiebeln, Paprika und eine Möhre eingetauscht. Geht doch! ;-)
Das Ergebnis macht uns sprachlos! Die Pasta ist unglaublich lecker!
Anschließend ab ins „Chicos“, die anderen treffen und tanzen bis einen die Beine nicht mehr tragen.
hach nä, wat süß! ein eingespieltes Team
ein Dank an die fantastischen Köche!!
wo ist die Schere? oder wie hat Pippi Langstrumpf das noch mal gemacht? ;-)
who does not know Jerry?!
Am nächsten Tag mit dem Boot zur Isla Tortuga. Da ich Schussel meine Sonnenbrille vergesse, renn ich zurück und verpasse mit Christian, der auf mich wartet, das Boot der großen Truppe. Gar nicht mal so schlecht, denn wir steigen nun in ein kleines Böotchen, das, was sich schnell herausstellt, auf den Wellen regelrecht abhebt! Was ein Spass! Ich rutsche immer weiter nach vorne (da ragt das Boot aus dem Wasser und es fühlt sich immer ein kleines bisl an wie freier Fall, wenn es von der Welle runter aufs Wasser klatscht). Ich bin klitschnass und freue mich wie ein kleines Kind auf der Achterbahn. Da bei manchem Aufprall mein Lachen von einem „Ahhhh!!“ oder „Auu!!“ begleitet wird, immerhin sind das Holzsitze, reicht mir der Bootsmann grinsend eine Schwimmweste rüber, auf die ich mich setzen soll. Hilft!
Wie schon berichtet: die Insel ist schön, aber sehr touristisch. Und man schwimmt zwischen den motorbetriebenen Booten (vorausgesetzt man planscht nicht nur am Beckenrand). Beim Schnorcheln hab ich diesmal allerdings viel mehr gesehen als voriges Mal (trotzdem kein Vergleich zu Bocas del Toro). Richtig cool: wir haben dieses Mal Volleyball gespielt und hatten mit Christian und seiner Gitarre musikalische Begleitung.
na, wer sieht den Fisch?
Rodeo
Back in town: Our turn. Die Mädels tischen auf: Quesadillas mit Hühnchen, Guacamole, schwarzen Bohnen, Paprika, Champignons mit Zwiebeln. Der Klassiker, aufgepeppt ;-) Und die Nacht wird mehr oder weniger durchgetanzt. Kike zeigt mir Tanzfiguren, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne. Unglaublich, was man auf einmal alles (halbwegs) kann, wenn man mit einem Profi tanzt!
Tanzlehrer Kike und Megan
Barkeeper Christian

Am nächsten Morgen verschläft der Chaotentrupp den Ausflug zu den Wasserfällen. Nicht weiter schlimm. WIR zaubern uns ein ausgiebiges Frühstück mit tropischen Früchten und mehr auf dem Balkon (keine Angst, nicht dem geheimen, einem RICHTIGEN). Die riesige Truppe war, wie wir erfahren, als sie während unserer anschließenden zufällig entstandenen kleinen „Beauty-Einheit“ mit Gurkenmaske zurückkehren, nur ganz kurz und nur am unteren Wasserfall – der wegen der Regenzeit braunmatschiges Wasser enthält – und sind dann wieder umgedreht. Was uns aber wirklich ärgert: wir müssen schon wieder abreisen!
da ist noch was Gurke über...
Da wir die einzigen sind, die die Fähre ein paar Stunden später nehmen und lieber den regnerischen Nachmittag/Abend als den sonnigen Tag im Bus verschwenden wollen, fühlen wir uns zwar wie aufständische kleine Gallier, müssen uns letztlich aber doch unserem Schicksal fügen.

Und auf der Fähre juckt es wieder in den Füßen… diese Musik… also: alle und alles um Dich herum vergessen und mit Kike tanzend über das Schiffsdeck fliegen. Magie!


Dumm nur, dass wir im Anschluss klitschnass geschwitzt wieder in den Bus einsteigen mussten. WENN ein Bus hier eine Klimaanlage hat, dann wird die auch genutzt und die Temperatur gerne mal auf deutschen Winter heruntergekühlt. DAS ist (u.a.) wohl die Erklärung dafür, dass ich meinen Geburtstag dann mit Antibiotikum vollgestopft im Bett verbracht habe...

Samstag, 2. Juni 2012

Heredia wird Fussballmeister - ra de doll!

19.05.2012 Schicksalstag
Nach 19 langen, entbehrungsreichen Jahren in der Wüste der Fussballgottverlassenen setzten die HEREDIANOS ihren Triumphzug der vergangenen Wochen fort und besiegen glorreich die SANTOS 2-1 im emotionsgeladenen Endspiel um die Costa Rica Fussballmeisterschaft.
HEREDIA, der nun hellste Stern im Tico-Soccer-Olymp!!!
Gooooooooooooohooooooooohoooooooooohooooooooooooooooohoooooooooooooolllllllllllllllllll!!!

(Ich verkneife mir an dieser Stelle einen unqualifizierten Kommentar zu den Bayern, die an demselben Tag ein paar Stunden vorher gegen Chelsea nicht ganz so viel Euphorie auf den Platz gebracht haben. Heredia jedenfalls wird euch erst mal nicht gefährlich, die freuen sich ein Loch in den Bauch, dass sie auf der Weltrangliste von Platz 181 nun auf Platz 156 gestiegen sind). 

Während des Spiels:
die Fussballexperten on Tour!
sehen aus wie Playmobilmännchen, bewegen sich auch so, sind aber keine
zur Erklärung: die schauen alle das Fussballspiel, auf den Bildschirmen in der Bar links - ja, die Ticos haben gute Augen oder einfach zu wenig Platz in den Bars
wir hatten kurzzeitig Angst, dass Fotos schießen während Fussballmeisterschaften vielleicht strafbar sei in CR...

Wir hatten kurz überlegt, ob wir uns mit unseren schönen bunten Trikots nicht zwischen die Burschen stellen und ein Foto machen sollen. Dem Gesichtsausdruck der Jungs zufolge wäre es dann aber wohl bei der farblichen Spannung im Bild allein nicht geblieben... Dagegen sehen unsere Polizisten aus wie Kindergärtner.

Nach dem Spiel: 
eine Stadt vollkommen Out Of Order!!! Bierdusche, Sektdusche, Umarmungen von Wildfremden, wildes Geschrei, Gesinge, Gespringe, Getanze, ... und dazu Alarmanlagen von Autos und Gebäuden - ausgelöst von Feuerwerkskörpern, die mitten in der Stadt (teils Mitten in der Menge!) gezündet wurden.
Besonders beliebt: das Ausziehen von T-Shirts und Schuhen (nur Männer, die Frauen haben durch die Kleidungswahl teils schon zuvor sehr freigiebig Einblick gewährt).

Sehr aufschlussreich Candy's Video: Celebrating Heredia's win

Mein Gastbruder David (oben links im Bild) meinte, er hätte in seinem ganzen Leben (28 J. oder so) noch nie so viele Menschen in den Straßen von Heredia gesehen. Das hatte tatsächlich etwa von Fussballweltmeisterschaft in Deutschland. Irre!
Heredia Ersatzmannschaft :-) die Opis waren echt zum Knutschen! sehr lustig!
wenn man wegen de Menschenmassen eh nicht weiterkommt, macht man eben ein bisl Musik - Pura Vida!

da steppt der Papst im Kettenhemd - oder sein Vertreter im Fussballtrikot! ernsthaft: der Pastor hat zum Sieg die Glocken im geläutet und die Heredianos-Fahne geschwenkt
Ich entschuldige mich hochoffiziell für die gruselige Bildqualität, aber ich hatte nur die Minikamera dabei (die bei Bedarf in der Hosentasche verschwindet - meine große hätte nicht lange gelebt) und Candy ihr iPhone.

Guanabana - himmlisch lecker als Shake!!!

Diese schier übermenschlichen Kräfte sind garantiert auf den Taranteltee zurückzuführen. Da gibt es (fast) gar keinen Zweifel!
Und was sagt Wiki?:
"Die Frucht des Guanábana (auch Sauersack genannt; das sag ich) ist botanisch gesehen eine große Beere. Sie wird bis zu 40 Zentimeter lang und bis zu 4 Kilogramm schwer (stimmt gar nicht! die hier wiegt also MINdestens 10kg; das sagt meine Mama Tica). In dem weichen, weißen Fruchtfleisch sitzen große, schwarze (giftige) Samen (keine Angst, die landen nicht im Tee; das hoffe ich). Die Fruchthülle ist mit weichen Stacheln besetzt, welche die Überreste des weiblichen Geschlechtsapparates bilden (huh? das muss mir aber noch mal jemand erklären...)."
Na jedenfalls ist die ein ziemliches Weichei und nicht transportfähig, weshalb Ihr nun also alle einen weiteren Grund habt, nach Costa Rica zu reisen!

Freitag, 1. Juni 2012

... das MUSS einfach helfen!

Da soll noch mal einer behaupten ich sei unvernünftig und würde mich guter Ratschläge verweigern, wenn es darum geht schnell wieder gesund zu werden.
DAS DA habe ich gerade aus meinem Tee gefischt, den meine liebe Gastmama mir zubereitet hat. Und ich trinke ihn trotzdem!
(nicht ohne vereinzelte, skeptische Blicke in Richtung des ... des ... Dings. Eines ist jedenfalls sicher: DAS wird gleich im Küchenmüll entsorgt und landet bestimmt nicht hier in meinem Mülleimer! Man weiß ja nie, was das so macht, wenn das Licht ausgeht...)

Freiwilligenarbeit im Kinderhort - Insight


Ich hatte schon einmal kurz über meine Arbeit mit den Kindern berichtet. Eigentlich hatte ich geplant einen längeren Eintrag darüber zu schreiben. Vor allem aber habe ich so viele wunderschöne Fotos von den Kiddies. Sowohl ein paar wenige Portraitfotos (was bei den kleinen Flöhen tatsächlich eine Geduldsprobe darstellt) als auch „in Aktion“. Natürlich hatte ich vorher die Lehrer gefragt, ob es in Ordnung sei Fotos zu machen. Klar, kein Problem. Als die Direktorin mich dann aber mit der Kamera gesehen hat, hat sie weitere Aufnahmen verboten. Es ist noch nicht ganz klar, ob ich Bilder ohne Namen online stellen darf oder nicht. Im Zweifel kommen die Fotos dann nur in mein Costa Rica-Buch, was ich aus dem Blog gerne erstellen möchte. Hier nur ein lustiges (natürlich nicht WÄHREND des Unterrichts):

Die meisten Lehrerinnen/Erzieherinnen reden relativ wenig mit mir (genauso wenig wie mit den anderen Freiwilligen – von denen es seit 2 Wochen auch keine mehr hat), aber mit Zweien verstehe ich mich richtig gut – auch wenn ich mit dem Spanisch bei den beiden manchmal überhaupt nicht hinterherkomme (die reden so schnell auf Spanisch wie ich zu meinen Spitzenzeiten auf deutsch – klar soweit? ;-) ).
Die Arbeit ist in mehrfacher Hinsicht eine wirkliche Herausforderung:
  • Körperlich: ich bin nach wie vor die einzige Lehrerin, die in der Pause mit den Kindern auf dem Hof spielt (fangen, im Klettergerüst klettern, schaukeln, … - der kleine Samuel hat allen tagelang ganz stolz erzählt, dass „teacher Kathi“ ihm eine Rückwärtsrolle an den Klettersprossen beigebracht hat *g*). Die anderen sitzen auf ihren Stühlen neben der Tür und warten auf das Ende der Pause. Sterbenslangweilig! Dies ist aber wahrscheinlich auch der Grund, warum die Kleinen sich vor Aufregung und Lachen meist gar nicht mehr halten können, wenn teacher Kathi dann auf einmal mit dem Kopf nach unten vom Klettergerüst hängt. Allerdings bin ich auch die einzige, die nach der Pause genauso aussieht wie die Pänz: immer voll Schlamm (oder Staub, je nach Wetterlage – von den Schuhen der Kids), selten Grasflecken und immer komplett verschwitzt. Dumm, dass die Pause immer schon morgens nach dem Frühstück und VOR dem Unterricht ist… 
  • Geistig: wie ich schon kurz erzählt hatte, habe ich immer wieder unterschiedliche Kinder in meiner Gruppe. Das liegt daran, dass die Pänz teilweise morgens, teilweise nachmittags Schule haben, unterschiedliche Dinge lernen müssen (ist Englisch an der Reihe, kommen sie zu mir, bei Spanisch, Erdkunde etc. eben zu den anderen 2 Lehrern), teils noch gar nicht zur Schule gehen, aber nicht nur englisch lernen sollen… also immer wieder Taktik ändern und unter Umständen ganz unterschiedliche Wissensstände irgendwie auf einen Nenner bringen. Auch wenn mir ganz grundsätzlich die Rabaukenjungs am liebsten sind (mit denen ist es einfach immer lustig) – muss man im Unterricht schon kreativ werden, damit die sich nicht nach 1 Minute langweilen und anfangen Blödsinn zu machen. 
  • Emotional: wir haben ein paar Kinder dabei, die aus „schwierigem“ Elternhaus stammen. Die Eltern trinken, vernachlässigen ihre Kinder oder misshandeln sie in ganz seltenen Fällen gar. Da hat man einen zuckersüßen, unschuldigen kleinen 3-4Jährigen vor sich, der sich auf einmal auffällig ruhig und traurig verhält. Eigentlich nichts Beunruhigendes, denn im Hort sind ständig Kinder krank und dann natürlich quengelig. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Aber wenn Du auf einmal feststellst, dass die kleine Maus den ganzen Rücken voller blauer Flecken und Striemen hat und meint, er sei nicht lieb gewesen, weshalb ihn seine Mom hätte bestrafen müssen (das mache sie öfter so), versetzt es Dir erst einen Stich ins Herz und Dich dann in Rage! WIE kann man so etwas tun??? Die Lehrer sprechen daraufhin mit den Eltern und ich bin zu kurz da, um nachverfolgen zu können, ob sich dadurch langfristig etwas ändert. Kurzfristig kehrt schon ein bisl Ruhe ein, aber... Ein Grund, warum dies kein dauerhafter Job für mich wäre. Ich würde den betreffenden Eltern vor Wut womöglich ohne Vorwarnung direkt an den Hals springen.
Im Moment suche ich nach so etwas wie übergroßen Yogamatten (am besten 1 ganz große), die man vielleicht in dem Raum auslegen kann, wo die ganz Kleinen bisher auf dem kalten Fliesenboden spielen. Teppich kommt bei der Desinfektionswut der Lehrer nicht in Frage. Jetzt, wo ich langsam wieder auf dem Damm bin, werde ich weiter schauen, wo man so etwas auftreiben kann. In den Läden und Supermärkten hatte ich bislang nicht viel Erfolg.

Immerhin hab ich schon mal eine coole Panda-Zahnbürste mit Spongebob-Zahncreme gekauft für einen kleinen Fünfjährigen, der ganz schlechte Zähne hat, weil er sie sich offenbar NIE putzt. Mal schauen, was er Montag dazu sagt…

Geburtstag - Birthday - Cumpleaños - Anniversaire

Herzlichen Dank für Eure vielen lieben Geburtstagswünsche!!! Nach all den lustigen und netten Telefonaten und einem verrückten Abend mit meiner lieben Gastmutter und meinen coolen Gastgeschwistern Megan und Justin gehts mir gleich schon viel besser. Ab morgen wage ich mich auch endlich wieder vor die Tür! ;-)

many thanks for all your nice birthday wishes!!! after a great deal of really funny and nice phone calls and a crazy evening with my lovely mama tica and my cool roomies Megan and Justin I already feel a lot better by now. Tomorrow I’m gonna enter reality again - outside of the house! ;-)

muchísimas gracias por todos sus buenos deseos!!! Ya me siento mucho mejor: Que llamadas por teléfono tan amenas! Junto con una noche loca con mi mama tica tan amable y mis compañeros tuanis Megan and Justin! Pura Vida! Mañana regreso a la vida afuera de la casa! ;-)

merci beaucoup pour tous vos meilleurs vœux!!! Après de plusieurs conversations téléphoniques merveilleuses et une nuit folle avec ma mama tica et mes colocs très cool Megan et Justin je me sens déjà beaucoup mieux! Enfin, je vais quitter la maison demain pour ressentir la vraie vie de Heredia de nouveau! ;-)
Gott sei Dank hab ich keine Magen-Darm-Krankheit! – nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, den fantastischen Geburtstagskuchen (mit Karamell und weißer Schokolade) nicht essen zu können. Und das Eis, was es auch noch dazu gab, ist ja bekanntermaßen wie Medizin bei entzündeten Mandeln – hah! Ich hab freiwillig noch nie so viel Medizin eingenommen…


Das mit der „6“ auf dem Geburtstagskuchen ist leicht zu erklären und hat auch sonst – entgegen jeglicher aufkommender Spekulationen – keine weitere Bewandtnis! Das war lediglich die einzige Nummer, die in Jeannettes Schubladen aufzufinden war. Jawohl!

alles inklusive! sogar der Geburtstagsblumenstrauß hat nicht gefehlt!