Montag, 13. Februar 2012

Puerto Viejo - Adventure Holidays



was für ein Wochenende!

Donnerstag haben wir ganz spontan in der Mittagspause entschieden, auf eigene Faust nach Puerto Viejo an der Karibikküste zu fahren. Aus einer 3er-Gruppe wurde innerhalb einer Stunde eine 8er-Gruppe und Jerry (unser Mann für alles Organisatorische, bekannt wie ein bunter Hund in CR) hat kurzerhand seinen Kumpel in PV angerufen und zwei günstige Appartements organisiert.
Zwei unserer Jungs sind nach der Schule los, um in San José Bustickets für alle zu kaufen. Das muss man früh genug machen, sonst bekommt man einfach keine mehr.
Freitag haben wir uns dann nach der Schule versammelt, um gemeinsam nach San José und dann nach PV zu fahren. Da ein paar Leute auf einmal die Idee hatten, wenn wir schon so weit südlich sind, könnten wir doch mal kurz die Grenze nach Panama überqueren, sind wir alle noch mal schnell nach Hause geflitzt, um unsere Pässe zu holen. Überflüssig zu erwähnen, dass die Zeit langsam knapp wurde...
Zwei Blocks vor dem Busbahnhof in Heredia wollten wir Annika treffen. Als sie ewig nicht kam, sind ein paar von uns schon mal vorgelaufen. Ellen wurde unruhig und meinte, Annika entgegenlaufen zu müssen. Zwei Minuten später war Annika da, Ellen aber verschwunden.
Ende vom Lied: die anderen sind schon losgefahren, wir haben den nächsten Bus genommen. Dass dies der Bummelbus war, der nicht mal am Busbahnhof in San Jose hält, sondern 3 Blocks vorher, wurde uns erst während der Fahrt klar.
man beachte den futuristischen "Wechselgeldautomaten" aus Schaumstoff! ;-)

hoffe man kann das lesen - fand ich sehr vertrauenserweckend...
Jedenfalls kam dann noch der Feierabend- und Freitagsstau dazu und man hätte eine sehr profunde Psychostudie durchführen können über das menschliche Verhalten in Stresssituationen. Der Bus, den wir bekommen wollten, war nämlich der letzte für den Tag nach PV und die Tickets (10€) schon gekauft. Feyyas hat die Hälfte der Fahrtzeit vor lauter Aufregung gestanden und ununterbrochen geredet - und mich ungefähr fünfmal gefragt, wie um alles in der Welt ich so ruhig bleiben kann. Meine Erklärung, dass der Bus nicht schneller führe, würde ich mich auch noch hinstellen, hat er nur zweifelnd angenommen. Die zwei amerikanischen Mädels haben alle 2 Minuten gefragt, ob wir nicht lieber ein Taxi nehmen sollen. Mein Einwand, dass das Taxi zwei Autos vor uns seit 15 Minuten exakt 2 Autos vor uns fuhr, somit also offensichtlich nicht schneller war als wir, hat sie immer nur für weitere 2 Minuten von dieser Idee abgebracht. Der Busfahrer hat sich ob ihrer Verzweiflung indessen totgelacht. Jaja, die Gringos!
Übers Handy haben wir versucht, die anderen, die 10 Minuten vor uns am Bahnhof waren,dazu zu bringen, den Busfahrer aufzuhalten. Unverschämterweise hat der sich nicht an die landeseigenen Gepflogenheiten gehalten (Hora Tica) und ist mit gerade einmal 15 Minuten Verspätung ohne uns losgefahren!
Wir kamen 2 Minuten zu spät - und dass, obwohl wir die 3 Blocks gerannt sind. Mit Gepäck und FlipFlops. Nach einigem Hin und Her haben wir schließlich doch noch einen Bus gefunden, mit dem wir fahren konnten. Mussten allerdings leider noch mal 10€ pro Kopf ausgeben. Und das für einen "Sitzplatz" auf den Stufen der hinteren Bustür. Angesichts von 4 Stunden bevorstehender Fahrt mehr oder weniger übereinander sitzend in einem rappelvollen Bus ohne Klimaanlage waren alle erstaunlich vergnügt. Immerhin waren wir nun wider Erwartens doch auf dem Weg nach PV!
"Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten" - nicht wahr, cariño?! ;-)

Die räumliche Nähe und massenhaft Zeit haben schießlich dazu geführt, dass wir uns gegenseitig unsere Lebensgeschichten, Erlebnisse und Zukunftspläne erzählt haben. Wie unglaublich spannend!
Da erfährt plötzlich die eine, die ihr Leben lang ohne Vater aufgewachsen ist und sich als Kind ausgemalt hat, ihr Vater sei Michael Jackson oder Samuel L. Jackson, dass ihr Vater ein enger Freund der Familie ist. Mit eigener kleiner Familie und Kindern. Der andere hat die Ferien immer bei der Familie in der Türkei verbracht, als Kind viel Unfug gemacht und ist deswegen einige Male vor dem Richter gelandet, wurde aber wegen Minderjährigkeit nicht verurteilt. Am Ende hat er die Kurve bekommen, weil er einige Wochen im Krankenhaus lag, ihm seine Mom einen Computer geschenkt und er somit seine Leidenschaft fürs Programmieren entdeckt hat. Nun hat er einige Monate Costa Rica, Mexiko und Reisen durch andere lateinamerikanische Länder vor sich. Cool!
Da ich alle halbe Stunde irgendwelche neuen Snacks in meinem Rucksack gefunden habe (von denen ich teilweise selber vergessen hatte, dass ich sie mithabe), habe ich nun den Spitznamen "Mary Poppins" weg :-)
3 Stunden später gab es eine Pause und - oh Wunder! - wir hatten den anderen Bus eingeholt und sind umgestiegen. In meinem ganzen Leben hab ich mich nie so sehr über gepolsterte Sitze gefreut!
Wir mussten dabei allerdings feststellen, dass Casey fehlt... wir waren davon ausgegangen, dass er mit den anderen den ersten Bus genommen hatte, sie, dass er mit uns gefahren ist, weil er am Bahnhof auf uns gewartet hat. Dummerweise haben wir ihn dort aber nicht gesehen und so ist er leider in San José zurückgeblieben. Oje!
was für ein grandioses Abendessen!
Den Abend haben wir dann mit einer kleinen Party am Strand ausklingen lassen (...).
unser Appartement und mein neues Bike (kleiner Scherz! leider)

desayuno
Feyyas (oder Feyhasselhoff, wie er nun heißt seit es ein sehr
dynamisches Lauffoto am Strand von ihm gibt) ist glücklich



















































































































Jerritt - Amis haben offensichtlich nicht nur ein Faible für Sonnenbrand, sondern auch für besonders praktische "Rucksäcke"
dreimal dürft ihr raten, woher Justin kommt
(nein, nicht aus der Wüste - aus den Staaten)































Da wir Samstag morgen erfahren haben, dass man an der Grenze 5 Stunden anstehen muss und wir ja eigentlich nur des Spasses und des Stempels im Pass wegen mit dem Radl über die Grenze fahren wollten, habe ich vorgeschlagen, in den laut Travel Guide 5 km entfernten Refugio Gandoca, Manzanillo (Limón), den größten Nationalpark Costa Ricas, zu fahren.
Feyyas und ich haben Ewigkeiten gebraucht, die Amis davon zu überzeugen, dass man 5km durchaus mit dem Fahrrad schaffen kann und wirklich nicht zwingend ein Taxi braucht. Auf die wiederkehrende Frage "Shouldn't we better take a taxi? That's quite far away." haben wir irgendwann einfach nicht mehr reagiert. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie vorwurfsvoll sie uns angeschaut haben, als wir mitten auf dem Weg irgendwann dann feststellen mussten, dass die angegebenen 5km die Strecke von der Stadt bis zum Anfang des Refugios waren und nicht die bis zum Eingang. Das waren letzten Endes irgendwas um die 20km. Zuletzt gabs auch noch ein paar ordentliche Hügel; und das mit Rädern ohne Gangschaltung - sooo lustig!
Affen und riiiesige Spinnen haben wir auch gesehen.
Leider sind wir zu spät am Refugio angekommen, es gab keine geführten Touren mehr. So sind wir auf eigene Faust los durch den Dschungel. Unfassbar beeindruckend! (Fotos folgen)
Abends wieder Strandparty und am nächsten Tag ein bisl ausruhen am Strand und Rücktour. Als Proviant haben Feyyas und ich unter anderem eine Ananas gekauft. Als ich angefangen habe an der Bushaltestelle die Ananas zu schälen (immerhin praktischer als im Bus), haben mich die Amis angeschaut, als hätte ich gerade ein Gnu erlegt! "I wouldn't even have known how to start with that..." Zu süß!
Morgen gehts mit den Jungs zum Basketball spielen! Tanzkurs hab ich auch fast jeden Tag - diese Woche aber mehr oder weniger Einzelunterricht am Vormittag, weil wir als eine der ganz wenigen Klassen nachmittags Sprachkurs haben.

ich genieße! ;-)



Gute Nacht!

2 Kommentare:

  1. Na Fräulein, Du siehst aber aus, als hättest Du Dir lieber was von der amerikanischen Sonnencreme abgeben lassen sollen. ;-)

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  2. hahaha - das sieht auf dem Foto tatsächlich so aus! Liegt aber an der Kameraqualität. Bin wohl die einzige ohne auch nur ein bisl Sonnenbrand :-)

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