Regenzeit. Das
merkt man nun so langsam eben doch. Kaum steigen wir in La Pavona aus dem Bus
aus, gießt es in Strömen. Besonders schön: wir verpassen gleich beide Boote
nach Tortuguero. Wir stehen sozusagen doppelt ‚im Regen‘, weil uns kein Mensch
sagen kann, wann und ob überhaupt noch ein Boot rüberfährt. Macht aber nichts. Pura Vida! Immerhin hat es
ein Restaurant an der Anlegestelle (mehr allerdings auch nicht im Umkreis von 1
Stunde). Und Imperial.
Schon im Bus zur
Anlegestelle wurden wir von einem aufdringlichen Tico-Guide angequatscht. Er
sei der einzige englischsprachige Guide der Insel und wo wir denn unterkommen
würden. Wir nennen ihm den Namen des Hostels und er meint, wir hätten keine
Reservierung. Er hätte mit den Besitzern gesprochen. Aber er wüsste eine andere
gute Unterkunft. Auf Spanisch erzähle ich ihm freundlich, dass ich das für
Blödsinn halte (ich hatte vorher mit den Besitzern telefoniert) und wir kein
Kindermädchen bräuchten, wir wüssten wo lang! Natürlich haben die Cabinas
Tortuguero die Reservierung vorliegen. Ein wunderschönes Hostel (10$/Person) mit
Garten und Hängematten und sehr freundlichem Personal. Kaffee gibt es den
ganzen Tag umsonst und für 6$ ein spitzenmäßiges Frühstück, das - so üppig -
gleichzeitig Mittagessen ist.
| Poolparty!!! |
Am Ankunftstag gehen wir jedoch erst einmal in
das Restaurant von Eduardo, dem Tourguide vom letzten Mal. Der freut sich
riesig über Besuch von seiner „amiga“ und fällt mir gleich um den Hals.
Wir
bekommen ordentlich Discount auf die eigentlich Fixpreis-Touren (Kanutour durch
die Kanäle, nachts-Schildkröten-beim-Eier-ablegen-beobachten und Froschtour)
und Eduardo tauscht sogar heimlich seine Gruppe (uns) mit der seines Schwagers,
damit wir auch definitiv Schildkröten sehen. Damit nicht alle Touris kreuz und
quer am Strand entlangflitzen und die Tierchen beim Eier ablegen stören, werden
nämlich Strandabschnitte definiert und jeden Nachmittag ausgelost, welcher
Guide welchen Abschnitt bekommt, an den er seine Gruppe gezielt führt, wenn ein
Ranger eine Schildkröte entdeckt hat. Dabei gibt es gute und schlechte
Abschnitte. Eduardo hatte einen schlechten, sein Schwager einen guten.
So gut! Ich fass
mich kurz, weil man dieses Naturschauspiel ERLEBT haben muss – Worte können
niemals beschreiben, was für ein Gefühl es ist, eine 1,5m riesige Schildkröte
dabei zu beobachten, wie sie erst als schwarzer Schatten aus dem Meer auftaucht
und dann in aller Sorgfalt ihr Nestchen baut, um unter hörbarer Anstrengung (sie
schnauft!) über hundert Eier zu legen, sie zu vergraben und auch noch zu
verstecken. Während der Eiablage selbst darf man näher heran, dann befindet
sich das fast mystische Wesen in Trance und nimmt uns nicht einmal wahr. Diesen
Geburtsvorgang hautnah mitzuerleben bewegt alle. Als wir dann auch noch erfahren,
dass die Mutter niemals zurückkehrt und sich die kleinen Schildkrötchen einmal
geschlüpft allein zum Wasser kämpfen müssen, wird Din so von ihren
Muttergefühlen überwältigt, dass sie kurz davor ist, die Wochen bis zum
Schlüpfen neben dem Nest zu verharren und jedes Baby einzeln bis zum Meer zu
tragen. Immerhin glaubt sie uns, dass sie, nein wirklich, nicht beim Brüten
helfen muss.
Fotos darf man bei der ganzen Sache keine machen, um die werdenden Mütter nicht zu stören.
Am nächsten
Morgen paddeln wir mit Eduardo quer durch die Kanäle, sehen eigenartige und
schöne Vögel, Affen, riesige Schmetterlinge, einen Kaiman und unzählige
beeindruckende Bäume und undefinierbare Pflanzen.
Zurück auf festem
Boden besuchen wir meinen kleinen Freund, den 7-Farbenfrosch
(Rotaugenlaubfrosch). Vielleicht erinnert Ihr Euch an unsere erste Begegnung… Durch
die Saugnäpchen an den Füßen ist das Tierchen gar nicht so leicht wieder aus
dem Gesicht abzuziehen. Ich habe mich diesmal also aufs Filmen und Fotografieren
beschränkt. Zunächst ein bisl skeptisch konnten die Mädels den niedlichen Annäherungsversuchen
des possierlichen Fröschleins letztlich doch nicht widerstehen.
| ganz erschöpft, der Kleine |
Mit vielen vielen Eindrücken geht es am Nachmittag nach Heredia zurück. Nicaragua, mach Dich bereit!
| genau, hier kommen die Chiquita-Bananen her |
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