Unter der Woche etwas zu unternehmen ist aufgrund der unterschiedlichen Unterrichtszeiten gar nicht so leicht. Will man morgens los, haben die Herrschaften entweder Unterricht oder schlafen Ihren Rausch aus, um für den Nachmittagsunterricht fit zu sein. Kleiner Scherz! Sie machen natürlich Hausaufgaben, oder so. Ich bin leider die Einzige mit dem Luxus, mir meine Arbeit zeitlich frei einteilen zu können.
Letzten Endes wurde die Zeit in Sámara etwas knapp und Yanik und ich haben beschlossen, wenn keiner mitkommen möchte, alleine zum Parque Nacional Palo Verde zu den Krokodilen zu fahren. Die Schultour findet immer nur samstags statt. Davon war aber keiner mehr übrig, Sonntag sollte es ja schon nach Heredia gehen.

Wir haben uns sagen lassen, man brauche nicht zwingend einen Reiseführer und es gebe keine festen Tourzeiten. Also sind wir mit Yanik’s gemietetem Wagen einfach los. Wir haben uns nicht einmal verfahren! (was in CR durchaus erwähnenswert ist). 2 Stunden später kommen wir an der Rancho Humo an. Dort starten die Bootstouren auf dem Rio Tempisque und die Wandertour auf der Vogelinsel. Oder eben auch nicht. Der nette Herr am Eingang erklärt uns, dass die Tour heute leider ausfällt, weil das Boot kaputt ist. Schön! Wir könnten aber ja die 14km Wanderung für je 40$ machen und Vögel anschauen. Och… Ehrlich gesagt finde ich Krokodile irgendwie interessanter als Vögelchen. Ich schaue wohl etwas entgeistert und der Herr verrät uns dann doch, wir sollten einfach mal ins Dorf fahren, irgendwer nähme uns schon auf sein Boot mit. Wie das in Costa Rica so üblich ist: Plan B ist meist besser als Plan A! Wir finden einen lustigen Fischer, verbringen viel mehr Zeit auf dem Wasser als mit der normalen Tour und sehen jede Menge Vögel und KROKODILE! Und das absolut touristenfrei!

Bei dem ersten bekomme ich noch fast einen Herzinfarkt, weil ich es erst sehe, als es direkt neben uns ins Wasser sprintet. Aber dann springe ich jedes Mal vor Aufregung beinahe aus dem Boot, wenn ich eines der Ungeheuer am Ufer ausmache. Früher sind die Ticos in dem Fluss baden gewesen. Als immer mal wieder ein paar nicht zurückkamen, haben sie es sich anders überlegt. Heute fahren sie nur noch mit Booten durch den Fluss – oder stehen knietief im Wasser, um Sand zum Häuserbau herauszuschippen. Ist das logisch?
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| dies ist mittlere Größe - das größte Kerlchen war knapp 4m (!!!) lang (und ich außer Stande ein Foto zu machen) |
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| Fluchtplan - für den Fall, dass ein Krokodil unser Boot entern will! |
Zwischendurch spielen wir noch Fähre für ein Tico-Päarchen, in dessen Kind ich mich sofort verliebt habe. Wenn die nicht irgendwann so groß werden würden, hätte ich am liebsten ein kleines, niedliches mitgenommen. Krokodil, meine ich.
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