Sonntag, 8. April 2012

versteckte Talente - Geburtstagskuchen für Nuria


Da unsere (Theresa’s und meine) Mama Tica Nuria Freitag, den 30.03. Geburtstag hatte, wollten wir eine kleine Überraschung vorbereiten. Ich hatte mir gedacht, dass ein deutscher Kuchen doch was Feines wäre. Donnerstag haben wir dann Zutaten für einen Käsekuchen eingekauft. Zumindest war das der Plan… Was es in Costa Rica, oder zumindest in Sámara, nicht zu kaufen gibt sind Quark und Schmand. Aber so leicht lassen wir uns ja nicht aus dem Konzept bringen. Wir kaufen stattdessen Sour Cream und Frischkäse und hoffen das Beste – war ja alles mal Milch. Auf dem Plan für Abends stehen Bullenreiten und Lady’s Night, weshalb ich den Vorschlag mache, den Kuchen danach nachts in der Schule zu backen. Unser Gastvater ist der Nachtwächter und wird uns schon machen lassen. Ich bezweifle nämlich, dass wir das Freitag hinbekommen. Erstens: Nachwirkungen der Party. Zweitens: Nuria wird die meiste Zeit zu Hause sein und es soll ja eine Überraschung werden.

Um 5 Uhr nachts starten wir mit unserer Kuchenbackaktion!
Vorher muss ich allerdings mit dem Rad noch mal nach Hause, um den Schlüssel für mein Schließfach zu holen in dem die Zutaten eingeschlossen sind. Als ich zurückkomme, ist Theresa verschwunden. Ich warte also mit Yanik und meinem Papa Tico in der Schule. Auf einmal kommt Theresa herbeigestürmt, nicht etwa, weil sie Kuchen backen will (den hatte sie schon wieder vollends vergessen), sondern weil sie ihre Haustürschlüssel sucht, um nach Hause schlafen zu fahren. Die Schlüssel wiederum hat Yanik. Therry will mir nicht ganz glauben, dass ich ernsthaft JETZT NOCH den Kuchen backen will, ist dann aber doch recht schnell zu überzeugen.
Allerdings: das Rezept hatte ich nur online und mein Rechner kommt nicht ins Netz. Theresa fährt mit dem Rad nach Hause, um ihren zu holen. Ich hab schon Sorge, dass sie zu Hause einschläft, aber sie kommt wieder. Ihr Rechner kommt auch nicht ins Netz. Yanik ist mittlerweile in der Hängematte eingeschlafen und Theresa versucht ihn auf ihre charmant-stürmische Art wachzubekommen, damit wir es mit seinem iPhone versuchen können. Keine Chance! Diesmal fahr ich wieder nach Hause um zumindest den Einkaufszettel zu holen. Ist zwar nur halb so gut wie ein Rezept, aber wenn wir eh schon mit den Zutaten improvisieren müssen…
Wozu braucht man außerdem Waage, Messbecher, Schneebesen (oder gar Mixer), wenn man Tassen, Teller, Gabeln und eine gehörige Portion Optimismus mitbringt? Wir „zaubern“ also einen Käsekuchen ohne Käse und unser Gastvater amüsiert sich köstlich. Hart wird die gute Stunde Backzeit: wir setzen uns abwechselnd vor den Backofen und versuchen uns gegenseitig irgendwie wachzuhalten – das Horrorszenario wäre nach dem ganzen Aufwand ein kleiner verkohlter Aschehaufen im Ofen!
Um 7 Uhr ist ER fertig! So in etwa. Der untere Mürbeteigboden ist fest, die „Käsemasse“ puddingartig bis flüssig. Wir beschließen nach Hause zu fahren, unsere Gastmama zum Frühstück zu überraschen und die etwas ungewöhnliche Textur als deutsche Spezialität auszugeben.
Zu unserer eigenen Überraschung schmeckt der Kuchen (noch schön warm) wirklich hervorragend und die ganze Familie freut sich riesig!

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